Karin Kramer Verlag Neuerscheinungen
2009 / 2010
   

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Peter Lamborn Wilson
PIRATEN - ANARCHISTEN - UTOPISTEN / Mit ihnen ist kein Staat zu machen
Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Schneider

Der größte Frevel ist ein politischer Seitenwechsel, die größte Blasphemie ist der Wechsel von einer Religion in eine andere - und dieses Phänomen greift der Autor auf. Vom späten 15. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert konvertierten Unzählige vom Christentum zum Islam. - Für die Christen waren diese Konvertiten Abtrünnige, Verräter, Renegados = Renegaten - und viele dieser Renegados waren Piraten. Sie griffen Handelsschiffe an, plünderten und entführten die christlichen Seeleute, um sie als Sklaven zu verkaufen oder um Lösegeld zu erpressen. - Die Renegados waren unabhängig, keinem Herrn unterworfen.
Wilson betont, daß die Piraterie auch sozialer Widerstand war. Der Pirat führte "Krieg gegen die gesamte Welt", staats- und gesetzesfern entwickelte er ein eigenes Wertesystem. Eine eindrucksvolle Errungenschaft war u.a. die unabhängige Piratenrepublik von Rabat-Salé im Maghreb in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
In Wilsons Buch begegnen wir Kosaren, Sufis, "unwiderstehlichen" maurischen Frauen, Sklaven, Abenteurern, irischen Rebellen, häretischen Juden, britischen Spionen sowie radikalen Helden der Unterklasse und Mitgliedern aufständischer anarchistischer Gemeinschaften und Piraten, deren Kampfruf war: "Wir gehören niemandem!"

Aus dem Inhalt:
Der Pirat und die Meerjungfrau; Demokratie durch Mord und Totschlag? Eine Gesellschaft von Gesetzesbrechern; Ein Alabaster-Palast in Tunesien; Die unabhängige maurische Republik Rabat-Salé; Piratenutopien.

978-3-87956-332-6  /  170 Seiten  /  16 Abbildungen  /  lieferbar
Euro (D) 19,80  /  sFr 35,90
   

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Mathias Brandstädter / Matthias Schönberg (Hg.)
NEUE "BT-MITTEILUNGEN" - Studien zu B. Traven
Illustrationen von Betie Pankoke

Traven wollte nicht mit kriminalistischem Spürsinn erforscht werden. In den parallel zu seinen Romanen herausgegebenen Verlagsbroschüren, den B.Traven-Mitteilungen, wurden in den fünfziger Jahren mit genüßlicher Häme die mißlungenen Enthüllungsversuche seiner Identität bilanziert. Ironischerweise hat Traven heutzutage tatsächlich ein vergleichbares Schicksal ereilt: Der einstige Modeautor mit millionenstarken Auflagen ist weitgehend vom Buchmarkt verschwunden.
Deshalb nehmen die in diesem Band versammelten Autoren seinen 40sten Todestag im Jahr 2009 zum Anlass, dem bekanntesten Unbekannten unter den deutschsprachigen Schriftstellern ihre Reverenz zu erweisen. Ihr Augenmerk gilt dabei nicht der Person Travens, sondern den bislang vernachlässigten Facetten seines Werks. Sie loten die erzähltheoretischen Dimensionen seiner Romane und Erzählungen aus, diskutieren die philosophischen Bezüge und filmischen Umsetzungen und setzen sich in erfrischend neuer Perspektive mit hartnäckigen Plagiats-Vorwürfen auseinander.
Travens Beobachtungen besitzen eine ungeheure Scharfsinnigkeit und - nicht zletzt für utopische Avancen jeglicher Spielart - zeitlose Aktualität. Umrahmt von Illustrationen von Betie Pankoke ist damit ein Sammelband entstanden, der sich nicht nur an die (akademische) Traven-Gemeinde wendet.

Aus dem Inhalt:
Mathias Brandstädter/Matthias Schönberg: Einleitung; Karl S. Guthke: Diebstahl, Kunst oder Kunst des Diebstahls? Travens "Plagiate": Jan-Frederik Brandel: Materialisationsphänomene in Mexiko. Zur Traven-Biografik; Reiner Matzker: Der Schatz der "Africa Queen" - Hephurn, Huston, Bogart, Traven; Wolfgang Eßbach: Eine herrenlose Sprache. Max Stirners Einfluß auf B. Traven; Thomas Collmer: Identität und Selbstorganisation in "Das Totenschiff" und "Die Baumwollpflücker"; Galina Potapova: Spiel mit der Mathematik in B. Travens Roman "Das Totenschiff"; Tom Kindt: "Man wird ja bereits bemerkt haben, daß ich nicht normal bin." Erzähler und Erzählweise in B. Travens Roman "Der Wobbly"; Anne Echterhölter: Drastik bei B. Traven.

978-3-87956-333-3  /  240 Seiten  /  lieferbar
Euro (D) 24,80  /  sFr 44,-- (unverbindliche Preisempfehlung)
   

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Karsten Krampitz / Heiko Werning (Hg.)
HEIMAT, HEIMWEH, HEIMSUCHUNG

Kaum ein Roman, der nicht davon handelt: "Woher komme ich?" Und: "Wohin gehe ich?" Sei es die Bibel oder die Buddenbroocks - erzählt wird die gleiche Geschichte: die Vertreibung aus dem Paradies. Seit Menschen gedenken haben sie Heimweh, lt. Brockhaus ein "durch unfreiwillige Distanz von der vertrauten Umgebung bedingtes Mangelgefühl", und oft muss man dafür nicht einmal verreisen oder ins Exil gehen.
Um das Weh mit der Heimat geht es in dieser Anthologie, nicht um 2000 Jahre Deutschland (Varusschlacht), 60 Jahre Bundesrepublik und auch nicht um 20 Jahre Mauerfall. Für die Autorinnen und Autoren ist Heimat keine geographische Kategorie, für manchen aber das Gegenteil von Fremde und Entfremdung, die Summe der Erinnerungen aus einer Zeit des Vertrauens an einem Ort der Geborgenheit. Erinnerungen an etwas, das es vielleicht nie gegeben hat...

Aus dem Inhalt:
Teil 1 - Bestandsaufnahme: Jacob Hein, Dafür nicht; Heiko Werning: Wenn die Mauer noch stünde; Karsten Krampitz: Erich ist ein Schwein; Ahne: Erinnerungen; Manfred Maurenbrecher: Offene Grenze; Andreas Gläser: Heimweh nach dem Kurfürstendamm; Jürgen Witte: In Rastatt gibt es keine Raststätte; Markus Liske: Giftige Erdstrahlung?
Teil 2 - Vaterland: Henry-Martin Klemt: Heimat ist...; Uli Hannemann: Der Hase - im Felde unbesiegt; Uwe von Seltmann: Großvater war kein Seeräuber - eine Odyssee von der Sieg an die Weichsel; Paul Bokowski: Ein eigenes Denkmal; Thilo Bock: Heldenklo; Ahne: Wohin auch immer; Heiko Werning: Tag der Heimat; Markus Liske: Einer für Einen, alle für Deutschland.
Teil 3 - Standortsuche: Harry Pross: Heimat auf den Begriff gebracht; Manfred Maurenbrecher: Heimat; Anselm Neft: Die schönste Blume des Allgäus; Martin Hyun: Koreanische Küche; Manfred-André Werner: Hinter den Türen wohnen die Skelette; Sebastian Krämer: Die Venusfalle; Manja Präkels: Djewotschka will heim; Volker Surmann: Siebzehnn Hektar Kindheit; Peter Wawerzinek: Dort, wo wir nie sein werden; Falko Hennig: Heimweh.
Teil 4 - Unbehaust: Annett Gröschner: Mangelndes Weh; Bov Bjerg: Schinkennudeln; Robert Weber: Klebezettel; Claudia Guelzow: Unter uns; Robert Rescue: Das Klassentreffen; Donata Rigg: Die Sprache der Fische - Ein Nachruf; Jochen Reinecke: Fear is the only darkness; Carmen Winter: Krähennest; Mario Wirz: Wintervision; Karsten Krampitz: Aktion "Findeltrinker: keine Fragen - keine Zeugen - keine Polizei"; Ahne: Der normale Vorgang; Manfred Maurenbrecher: Überholen, ohne einzuholen.
Teil 5 - Im Hinterland: Helmut Höge: Über Heimat und Heimweh; Bernd Kramer: Der Staat und die Deutsche Ameisenschutzwarte e.V. oder Platon und die leptothorax acervorum; Karsten Krampitz: Mitropa; Erik Steffen: Heimat Hahn - Ein Leben in der Geisterbahn; IKA: Heimweg; Heiko Werning: Das Heiligabendprogramm; Frank Sorge: Lieferfahrer Frank; Daniela Böhle: Karl ist wieder in Berlin; Robert Weber: Wenn ich schnell da bin, bin ich schnell wieder dort; Bov Bjerg: Kreisverkehr; Udo Tiffert: Zaun zum Aufstützen.


3-87956-338-8  /  201 Seiten  /  lieferbar
Euro (D) 14,80  /  sFr 27,50 (UVP)
   

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Arndt Beck / Markus Euskirchen
DIE BEERDIGTE NATION - »Gefallenen«-Gedenken von 1813 bis heute

Seit fast 200 Jahren spiegelt der Friedhof Columbiadamm in Berlin die Geschichte des soldatischen Sterbens für das Vaterland. 1813 begrub man dort in einem Massengrab Lazarett-Tote der sogenannten Befreiungskriege, etwa 50 Jahre später legte man ebenda - zwischen den Schießständen in der Hasenheide und dem Exerzierplatz Tempelhofer Feld – den Neuen Garnisonfriedhof (und heutigen Friedhof Columbiadamm) an. Seine Bedeutung erlangte er weniger durch prominente Beerdigungen als durch die erstaunliche Anzahl von Ehrenmalen, die sich im Laufe der Zeit dort ansammelten.
Neben Erinnerungen an die sogenannten Reichseinigungskriege von 1870/71 und an den kolonialen Völkermord (»Herero«-Stein) befinden sich dort vor allem die Denkmale der verschiedenen Regimenter und Garnisonen des Ersten Weltkriegs, die dem millionenfachen Sterben auf dem Schlachtfeld nachträglich einen »Sinn« zu geben versuchten oder zur Rache aufriefen.
Ergänzt wird die Darstellung mit dem 1938 in direkter Nähe eingerichteten neuen Heeresfriedhof Standortfriedhof Lilienthalstraße sowie einem vergessenen Kapitel der Berliner NSDAP vor 1933: der vor allem zwischen 1931 und 1933 genutzte und ebenfalls unweit davon gelegene »Friedhof der Bewegung«.
Das Buch Die beerdigte Nation richtet den Blick auf die Gedenkkultur um den Soldatentod, die – wie das in Berlin bereits im Bau befindliche Bundeswehrehrenmal zeigt (auf das Markus Euskirchen in seinem Beitrag eingeht) – ebenso aktuell wie in ihrem Wesen unverändert ist.

Inhaltsverzeichnis:
Markus Euskirchen – Mehr als ein Vorwort
Die Neue Wache und das geplante Ehrenmal für die Bundeswehr am Bendlerblock
Militärrituale und Räume der Militarisierung
Arndt Beck – Die beerdigte Nation
Prolog – Vom Sterben in den Lazaretten (1813)
I. Der ›Dennewitz‹-Friedhof
II. Der Neue Garnisonfriedhof
III. Der Erste Weltkrieg
IV. Die Weimarer Republik
Exkurs – ›Friedhof der Bewegung‹
V. Der Garnisonfriedhof nach der ›Machtergreifung‹
VI. Standortfriedhof Lilienthalstraße / Der Zweite Weltkrieg
VII. Nachkrieg
Epilog
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Personenregister

Arndt Beck, geb. 1973 am Niederrhein, freier Fotograf und Autor, lebt in Berlin. Arbeiten: Autopsie 2000 - Stillstand der Geschichte, Raum ohne Volk (Foto-Essays).
Markus Euskirchen, geb. 1973, promov. Politologe, freier Journalist, Online-Redakteur und Filmemacher, lebt in Berlin. Arbeiten: Soldatenkörper (Kurzfilm), ...tapfer zu verteidigen... (Dokumentation), Militärrituale (Buch), lebt in Berlin.

978-3-87956-334-0  /   166 Seiten  /  zahlreiche Abbildungen und Fotos (schwarz/weiß und farbig)  /  Format 16x24 cm  /  lieferbar
Euro (D) 24,80  /  sFr 44,-- (unverbindliche Preisempfehlung)

Weitere Informationen finden Sie auf der dazugehörigen Website:   www.arndtbeck.com/nation/


   

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Clement de Wroblewsky
"... dit Volk is doof, aba jerissen..."
Korrespondenzen zum Rauchverbot

Das Bundesverfassungsgericht hat am 30. Juli 2008 dem Eifer der Passisvraucherschützer, ein Rauchverbot in der Gastronomie möglichst eilig und restrektiv in gesetzliche Vorschriften umzusetzen, einen kräftigen Dämpfer verpasst. Es hat schlicht diese juristischen Machwerke mit dem Grundgesetz für unvereinbar erklärt und die Landesgesetzgeber zu einer Neuregelung bis zum 31. Dezember 2009 aufgefordert. Bis zu dieser Neuregelung sollten die Einschränkungen des Rauchens unter Einhaltung bestimmter Kriterien aufgehoben werden. - Dass es zu diesem Urteilsspruch kam, geht u.a. auch auf die Klage einer Berliner Gastwirtin zurück. Das BVG musste sich deshalb auch mit einer berlintypischen Art von Gastronomie, der Eckkneipe und ihren Verhältnissen befassen (im juristischen Neologismus des BVG: getränkegeprägte Kleingastronomie). Es entschied für die Klägerin und erlaubte das Rauchen aus Wettbewerbs- und Verhältnismäßigkeitsgründen dort. - Das Ordnungsamt Friedrichshain-Kreuzberg in Berlin (Bezirksbürgermeister Grüne, Wirtschaftsstadtrat SPD) beeindruckte das wenig. Es fuhr unbeirrt fort, ohne und mit Kenntnis des Urteilstextes Kontrollen durchzuführen und Bußgeldbescheide zu verschicken. Bis es auch bei dem Kreuzberger Gastwirt des Café Jenseits fündig geworden zu sein glaubte und ihm einen Bußgeldbescheid präsentierte. Aber da hatte es buchstäblich die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es entsteht ein Schlagabtausch zwischen sperrig begründeten, sich steigernden Bußgeldbescheiden und bissig-ironischen Einsprüchen. Für juristisch Interessierte eine Fundgrube subtiler Urteilsexegese, Formulierungsenthusiasten kommen wegen des durchgängigen Sprachwitzes des Gastwirts auf ihre Kosten und die Kritiker des Behördenwahnsinns können sich an der Chuzpe erfreuen, mit der ein nicht obrigkeitsserviler Bürger die Selbstzuschreibung der Kompetenz einer Behörde auf Augenhöhe pariert und sie bloßstellt als das, was sie allenfalls ist: Inkompetenzkompensationskompetenz.


3-87956-341-8  /  223 Seiten  /  lieferbar
Euro (D) 14,80  /  sFr 27,50 (UVB)
   

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Alexander Krohn
alle keine namen
Gedichte und Texte - ausgewählt von Bert Papenfuß


eintönig
beim friseur unter der am hals zusammengeschnürten schürze die minuten zählen schweißausbrüche ein gutes dutzend anderer beispiele wäre es nicht traurig wäre es zum lachen die entspannung in der leeren nebenstraße wie das lösen von 20 mg dikali-umchlorazepat in der blutbahn aus der überfüllten u-bahn gleich nach der flucht aus der fußgängerpassage mein leben verläuft recht eintönig ständig passiern die verrücktesten sachen

notiz
zu kapielskis internationalem verkanntentreffen
zu schade daß die masche mit dem postunruhm der gewöhnlich im höheren alter einsetzte durch ist in gewisser weise mußte es so kommen und so soll es sein streng genommen sogar eigenes verschulden man hätte könnte müßte meine erfolgslosigkeit werde ich euch nie verzeihn

zwischen den gedichten lesen
lyriker spielen im parasitären künstlergeflecht eine ganz spezielle geige bäume fallen kohle brennt doch das weiße bleibt der überwiegende teil einer seite


3-87956-337-1  /   79 Seiten  /  19 Abbildungen  /  schw./w.  /  Format 13,2 x 20,2  /  lieferbar
Euro (D) 10,--  /  sFr 19,-- (unverbindliche Preisempfehlung)
   

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Bert Papenfuß
RUMBALOTTE CONTINUA - Folge 6

Bert Papenfuß ist grundanders. Sachen hat er erlebt, die glaubt einem wieder keiner. Gedichte hat er geschrieben, die unmöglich von ihm sein können - aber ein anderer bleibt nicht übrig. In feinster Poesie gibt er in diesem Band seine Ansichten über Anziehungskraft, Zeitrechnung, Jugendmode, Dreifel, Zweifel und Einfall kund. Jedes Gedicht hat den Kaloriengehalt eines doppelten Aquavits. Stures Lesen unterfordert den Text, man muß schon den Hutständer bemühen, dafür gibt es auch aufmunternde Worte:
"Du selbst bist die Festplatte. In dir ist alles drauf."
Der große Kultivator der kleinen Fußnote spickt seine Gedichte mit Sachtexten, Nachrufen, Schlagerzeilen, Kaufhallendialogen und jeglichem Scheißdreck, mit dem er uns irgendwie anmachen und animieren kann. Hier kommen Texte von einem, der angreift und seine Rückzugsgebiete und Schlupfwinkel beharrlich verteidigt, ganz egal, ob der Prenzlauer Berg gerade in oder out ist. In einem Alter, wo andere anfangen abzuflachen, wird Bert immer besser - "aus einem waschechten Anarchisten kann man keinen Erwachsenen rauskitzeln".
Alexander Krohn


3-87956-340-1  /  48 Seiten  /  1 Abb.  /  schw./w.  /  Format 17 x 24,5 cm  /  Grafiken von Silka Teichert  /  lieferbar
Euro (D) 10,--  /  sFr 19,-- (unverbindliche Preisempfehlung)
   

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Sylvana Dietel
MOBILE BILDUNGSBERATUNG UND NACHHALTIGE ENTWICKLUNGSCHANCEN

Mobile Bildungsberatung hat zum Ziel, bildungsferne bzw. bildungsungewohnte Zielgruppen aufzusuchen, ausfindig zu machen, zu kontaktieren, zu unterstützen und schrittweise zu begleiten. Doch wie lässt sich eine Nachhaltigkeit mobiler Beratung z. B. in Form von Wirkungen, Bestärkungen und Entwicklungen beschreiben oder gar messen? Was kann unter nachhaltiger Entwicklung verstanden werden?
Die vorliegende Publikation setzt hier an und verweist neben der Netzwerkarbeit auf die starke Motivationsarbeit in Form von Gelingen der Kontaktaufnahme bis zur Bildungsstabilisierung und Bildungsberatung. Das geschieht über die Beschreibung der Ergebnisse, der intendierten und nicht-intendierten Wirkung der Arbeit in Bezug auf die Zielgruppen.
Im ersten Teil wird theoretisch den Facetten von Lernen, Bildung, Beratung und der Frage, was diese langfristig, ressourcengestützt und nachhaltig leisten können, nachgegangen. Im zweiten Teil werden systematisch und praxisnah die konkret beschreibbaren Ergebnisse und Wirkungen der Arbeit der mobilen Bildungsberatung dargestellt.

978-3-87956-336-4  /   107 Seiten  /  zahlreiche Abbildungen und Tabellen farbig und schwarz/weiß  /  lieferbar
Euro (D) 15,--  /  sFr 27,90
   

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Michael Bakunin
KONFLIKT MIT MARX
Teil 2: Texte und Briefe ab 1871
Einleitung Wolfgang Eckhardt

Der Konflikt zwischen Bakunin und Marx ist im Band 5 bis 1870 dokumentiert. Der Band 6 behandelt ab 1871 die folgenden Jahre, in denen der Konflikt seinen Höhepunkt und internationale Ausdehnung erreichte. Er enthält neben einer ausführlichen Einleitung des Herausgebers eine Vielzahl von erstmals übersetzten oder bisher unbekannten Materialien, unter anderem zu den internationalen Diskussionen über die Resolution der Londoner Konferenz und über die Revision der Statuten der Internationalen. Einen Schwerpunkt bildet die Dokumentation über den Haager Kongress der Internationale.

Aus dem Inhalt:
Michael Bakunin: An die Genossen der Juraföderation / Bakunins Kapital-Übersetzung / Sergej Necaev: Russische Revolutionsgesellschaft / Michael Bakunin: Programm und Ziel der revolutionären Organisation der nationalen Brüder / Diskussion und Abstimmung des Haager Kongresses über den Ausschluss von Bakunin, Guillaume und Schmitzguébel / Michael Bakunin: An die Redaktion der "Liberté" / Michael Bakunin: Schrift gegen Marx / Resolution des "internationalen anti-autoritären Kongresses" / Zirkular des Komitees der Juraföderation / Carlo Cafiero an / Friedrich Engels

Michael Bakunin (1872) an Karl Marx: "Zwischen Eurer Politik und der unseren klafft in der Tat ein Abgrund. Ihr wollt mit aller Gewalt den Staat beibehalten, dieses erste und letzte Bollwerk aller Ausbeuter der arbeitenden Bevölkerung, dieses uralte Gefängnis oder Zuchthaus, über dessen Eingangstor die beiden trügerischen und verhängnisvollen Worte Vaterland und Religion stehen, in deren beider Namen die Entfaltung des Volkslebens stets unterdrückt und Millionen Besitzloser dazu verurteilt wurden, eine stumpfsinnige, geknechtete, elendige Existenz zu führen, um einigen privilegierten Minderheiten ein Höchstmaß an geistiger Kultur, Freiheit und Wohlstand zu gewähren. Als Politiker, als bourgeoise Radikale, die sich sozialistisch geben, als doktrinäre und autoritäre Kommunisten oder Staatssozialisten wollt Ihr dieses Gefängnis nicht zerstören; Ihr wollt es nur reformieren, es durch verfassungsmäßige Mittel und das, was ihr legale Betätigung nennt, verbessern; Ihr begnügt Euch damit, das Gefängnis zu erweitern, und bildet Euch ein, es in eine erträgliche und angenehme Behausung für jene Volksmassen zu verwandeln, die dort ebenso eingesperrt und gefangen wären, wie sie es heute in ihrem alten Gefängnis sind! Und Ihr glaubt allen Ernstes, das Volk würde Euch seinen starken Arm leihen, um gegen sich selbst dieses neue Gefängnis zu errichten!
Nun, wir teilen weder Eure Hoffnungen noch Eure Wünsche, weder Eure Pläne noch Eure Illusionen! Wir meinen, dass die Volksmassen aller Länder Europas der ewigen Freiheitsberaubung überdrüssig sind, sie wollen keine bevormundenden und wohltätigen Kerkermeister mehr, noch irgendwelche Gefängnisse. Wir sehen sie überall nach Freiheit verlangen, nach Sonne und Luft zum Atmen; und mit ihnen und gegen Euch fordern wir lautstark nicht die Reform, sondern die Zerstörung aller Gefängnisse: die Abschaffung des Staates, aller Staaten."

978-3-87956-342-5  /  ca. 200 Seiten
ca. Euro (D) 18,--  /  ca. sFr 32,90
   

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Aimé Césaire
REDE ÜBER DEN KOLONIALISMUS und andere Texte
Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Heribert Becker

Aimé Césaire, 1913 auf der Karibikinsel Martinique geboren und dort im April 2008 verstorben, gilt als einer der bedeutendsten schwarzen Dichter des 20. Jahrhunderts. 1934 gründete er in Paris die Zeitschrift L'Etudiant noir, womit die von ihm sowie von Léopold Sédar Senghor und Léon-Gontran Damas initiierte Négritude-Bewegung begann. Unter Négritude ist die Gemeinschaft aller Schwarzen, ihre lange Geschichte unsäglichen Leidens unter Sklaverei, Kolonialismus und Rassismus sowie die Wiederentdeckung ihrer kulturellen Leistungen in Afrika zu verstehen. Ziel der Bewegung war es, den schwarzen Menschen in aller Welt das Bewusstsein zu vermitteln, dass ihre in Afrika wurzelnden kulturellen Traditionen der Kultur der sie als primitiv diffamierenden und zu Arbeitstieren degradierenden Weißen nicht unterlegen seien. Césaire appellierte an alle Schwarzen, ihr Minderwertigkeitsgefühl gegenüber den Weißen abzulegen, sich von deren totaler Dominanz zu befreien und durch eine Rückkehr zu ihren afrikanischen Ursprüngen zu einer eigenen Identität zu finden. Mit diesen Ideen bereitete die Négritude-Bewegung geistig den Entkolonialisierungsprozess vor, der nach dem 2. Weltkrieg in vielen bis dahin kolonisierten afrikanischen Ländern in Gang kam.

Aus dem Inhalt:
Aus dem Inhalt Vorwort / Texte aus der Zeitschrift Tropiques (1941-45): Einführung in die amerikanische Negerdichtung; Einführung in die martinikanische Folklore; Kreolische Märchen; Anstelle eines literarischen Manifests; Ausblick; Offener Brief an seine Eminenz Varin de la Brunelière, Bischof von Sain-Pierre und Fort-de-France; Hommage an Victor Schœlcher / Rede über den Kolonialismus (1950) / Rede über die Négritude (1987)

Als Lyriker trat Césaire erstmals 1939 mit seinem berühmten Gedichtband Cahier d'un retour au pays natal hervor, der sich wie ein einziger langer Schrei des Zorns und der Empörung über das den Schwarzen angetane Leid liest und von dem André Breton, ein Freund Césaires, sagte, er sei "nicht mehr und nicht weniger als das größte lyrische Monument unserer Zeit". Später veröffentlichte Césaire weitere Gedichtbände wie Les Armes miraculeuses (1946), Soleil cou coupé (1947) und Ferrements (1960) sowie mehrere Theaterstücke, die in den 60er und 70er Jahren weltweit gespielt wurden. Während des 2. Weltkriegs gab der Dichter auf Martinique die Zeitschrift Tropiques heraus, die die Ziele der Négritude vertrat und trotz Zensur mutig gegen Faschismus und Unterdrückung opponierte. Unser Auswahlband enthält einige Texte Césaires aus dieser Zeitschrift.
Spätestens seit 1945 betätigte sich der große Lyriker auch konkret politisch: Er war 56 Jahre lang (!) Bürgermeister der martinikanischen Hauptstadt Fort-de-France und saß von 1945 bis 1993 in der französischen Nationalversammlung. Das spektakulärste Zeugnis seines Kampfes um die politische und kulturelle Emanzipation der Schwarzen ist seine erstmals 1950 erschienene Rede über den Kolonialismus, in der Césaire mit flammenden Worten die Verbrechen und Gräuel anprangert, die jahrhundertelang von Weißen an Schwarzen verübt wurden. Die Kolonialgesellschaft seiner Zeit, schreibt der Dichter in diesem berühmten Text, der in den späten 60er Jahren zu den Klassikern der Studentenbewegung gehörte, sei "das ekligste Stück verdorbenen Fleisches, das je in der Sonne verfault ist", und er betont, "dass Europa vor der menschlichen Gemeinschaft Rechenschaft abzulegen hat für den höchsten Leichenberg der Geschichte".

978-3-87956-343-2  /  ca. 160 Seiten
ca. Euro (D) 18,--  /  ca. sFr 32,90
   

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Kai Artinger
DAS MUSEUM
Kriminalroman

Die Handlung in diesem Kriminalroman ist in Berlin und vor allem in New York angesiedelt. Ein Erpresser droht 1952, einen Sprengsatz im Museum der New Yorker Frick Collection zu zünden. - Auf den Namensgeber des Museums, den Industriellen Henry Clay Frick, verübte der russische Anarchist Alexander Berkmann, Freund von Emma Goldman, im großen Homesteadstreik in Pittsburgh im Jahre 1892 ein Attentat, weil dort zehn Arbeiter erschossen worden waren. - Zur Erinnerung an die toten Arbeiter bedroht der Erpresser die Museumsleitung. Doch für diese sind seine Forderungen unannehmbar. Als der Erpresser erkennt, dass die Gegenseite ihn nicht ernst nimmt und auf Zeit spielt, entschließt er sich, seine Drohung wahrzumachen. Das Ultimatum läuft. Dann verschwindet der Museumsdirektor. - Dieser Kriminalroman ist für Krimi- und Thriller-Leser, New-York-Touristen, Museumsbesucher und Kulturinteressierte, Kunst- und Kulturhistoriker, die an der Arbeiter- und Anarchismusgeschichte der USA interessiert sind, ein Muss.

Aus dem Inhalt:
Das Attentat / Eine Überraschung kommt selten allein / Kitschfreie Zone / Die Erpressung / Das Schiffshospital / Zu Tode erschrocken / Halbwahrheiten / Der merkwürdige Kabinennnachbar / Tote bewegen sich nicht / Reden ist Silber, Schweigen ist Gold / Teuflische See / In den Baumwipfeln New Yorks / Das Telegramm / Rubens im Straßengraben / Ankunft im amerikanischen Traum / Licht im Dunkel / Das "größte" Museum der Welt / Die Schlacht am Monongahela-Strom / Unbegründete Sorge / Der brennende Fluss / Patriotische Gefühle / Der Verdacht / Verheerende Niederlage / Explosiver Lesestoff / Das beste Pferdchen im Stall / In der Tiefe der Archive / Alice Im Reich der Vogelkundler / Malerin gesucht / Der Mönch in der 67. Straße / Unter der Erde / Großalarm in Central Park / Venezianische Albträume / Staatenlos / Eine Stadt im Dunkeln

Über den Autor: Kai Artinger ist promovierter Kunsthistoriker, Ausstellungskurator, Publizist und Autor zahlreicher Bücher. 2001 baute er in Lübeck das Forum für Literatur und Bildende Kunst / Günter Grass-Haus mit auf und leitete es bis 2006. Zuletzt erschien von ihm: Paula Modersohn - Der andere Blick.

978-3-87956-344-9  /  ca. 220 Seiten
ca. Euro (D) 18,--  /  ca. sFr 32,90
   

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Johanna Rottenbach
ANARCHIE UND SPIRITUALITÄT

Noch immer scheuen sich viele Menschen davor, eine Existenz jenseits des Materiellen anzuerkennen. Dass sie damit einen jahrhundertealten Dualismus aufrechterhalten und unbewusst das gedankliche Erbe dieser zerstörerischen Zivilisation fortführen, wird in der anarchistischen Szene völlig unhinterfragt übernommen. Durch die berechtigte Abgrenzung zu den Religionen ist der libertäre Diskurs von der Suche nach dem Selbst abgekommen Damit soll nicht an die verstaubten Theorien des Individualanarchismus angeknüpft werden, sondern die Suche nach dem wirklichen Selbst beginnen. Ein Selbst, das mehr ist als eine vorgefertigte Schablone der Persönlichkeit oder Psyche.
Spiritualität hat in diesem Sinne nichts mit Tarotkarten oder Räucherstäbchen zu tun, sondern bezeichnet das wieder erlangte Bewusstsein der Menschen über ihre energetische Existenz als Teil eines unendlichen Kosmos'. Dass die Logik des politischen Handelns mit der Mystik des universalen Eins-Seins in keinem Widerspruch steht und ganz im Gegenteil fruchtbare Anknüpfungspunkte bietet, dies zu vermitteln, ist das Hauptanliegen der Autorin.
Um Perspektiven zu erarbeiten, die, weitab vom politischen Kampf, das Individuum zurück in den Fokus rücken, wird der Anarchismus vor allem unter den Aspekten der Liebe, Toleranz und des Mitgefühls beleuchtet. Unzählige anarchistische Gemeinschaften und Projekte sind an ihren inneren Konflikten und Rivalitäten gescheitert. Noch heute stehen die verschiedenen Gruppierungen nicht nur der Staatsgewalt, sondern auch sich selbst feindlich gegenüber. Erst das Bewusstsein über die eigenen Blockierungen auf dem Weg zur Selbstbestimmung kann daran etwas ändern.

Aus dem Inhalt:
Ist selbstbestimmtes Leben möglich?
Historische Belege für autonomes Leben / Matriarchale Gesellschaften / Religiöse Wurzeln / Antike bis Mittelalter / Moderne
Was heißt selbst bestimmen?
Anarchie als friedvolle Gesellschaft autonomer Individuen / Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften / Die Notwendigkeit eines befreiten Selbst / Auf dem Weg ins Paradies
Wie wird es praktisch umgesetzt?
Interview mit einem Anarchisten
Entwicklungsmöglichkeiten
Das Zusammenwirken von Anarchie und Spiritualität
Ist Anarchie in sozialer Arbeit umsetzbar?
Kritische Würdigung der sozialen Arbeit


3-87956-339-5  /  ca. 140 Seiten
Euro (D) ca. 14,80  /  sFr ca. 27,50
   

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Christoph Ludszuweit
WITZ IM SPRACHUNTERRICHT
Lachendes Lernen / Learning by laughing / Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Mit zahlreichen Zeichnungen und Cartoons von Gerhard Seyfried

"Der Witz ist ein Vagabund, stromert herum, ist klassenunabhängig, ist ein Freier, lässt sich nicht in Anstandsketten legen, rüpelt, sorgt für Ärger und Belustigung. Er ist polygam, hat unendlich viele Erzeuger - und es wird uns nie gelingen, seinen Vater und seine Mutter dingfest zu machen. Seiner klandestinen Geschmeidigkeit ist es zu verdanken, dass Spürhunde und Häscher seine Erzeuger nie zu fassen kriegen." (Bernd Kramer)
Kennen Se den? Die Lehrerin zur Klasse: "Die Vorsilbe ‚un' bedeutet immer etwas Schlechtes, zum Beispiel: Unglück, Unfall, unpassend. Kann mir jemand ein anderes Beispiel nennen?" - Die kleine Mathilde meldet sich: "Unterricht!" (Modalverb können, direkte Frage, reflexives Verb) - Lehrerin: "Wo lebte der Prophet Elias?" - Schülerin: "In der Wüste!" - "Richtig. Und wie nennt man die Männer, die sich in die Wüste zurückziehen und alles dem lieben Gott opfern?" - "Wüstlinge!" (direkte Frage, Relativsatz). - Im Deutschunterricht fragt der Lehrer: "Um welche Zeitstufe handelt es sich bei dem Satz: ‚Eigentlich hättest du nie geboren werden dürfen'?" - Erst betretenes Schweigen, dann aus der letzten Bank: "Präservatif defekt!" (Konjunktiv II, Passiv, Modalverb dürfen)

Aus dem Inhalt:
Christoph Ludszuweit
Überraschung und Gelächter / Lachend lernen, heißt gut lernen / Die politische Sprengkraft von Witzen / Beispiele des Einsatzes von Witzen für den Sprachunterricht Deutsch als Fremdsprache / Der Witz als Tabubrecher / Witze erhöhen die Sprachkompetenz / "Ethnische" Witze / Witze als Täuschungsmanöver / Der soziolinguistische Aspekt des Witzes / Witzkategorien: Schule, Militär, Kultur, Religion, Sexualität, Politik
Gerhard Seyfried
Radikalreform der deutschen Sprache

"Witz ist das Niesen des Gehirns. Und ein immer witziger Mensch etwas so Unausstehliches und Un-appetitliches wie ein Kerl, der einen chronischen Schnupfen hat, aber kein Taschentuch."
(Alfred Polgar)
"Der Witz ist das einzige Ding, was um so weniger gefunden wird, je eifriger man es sucht:"
(F. Hebbel)

3-87956-316-0  /  ca. 100 Seiten
Euro (D) ca. 12,80  /  sFr ca. 24,--
   

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Helmut Bucher / Peter Funken / Helmut Höge / Thomas Kapielski / Bernd Kramer / Heinz Werner Lawo
EIN FALL VON VERDECKTER EROTIK IN DER NEUGRIECHISCHEN MALEREI

Das Übermalen von Bildern hat eine lange Tradition. Entweder nahm der Künstler, von einer Schaffenskrise heimgesucht, die "Korrektur" vor oder er befand, dass der erste Entwurf nicht mehr seinen eigenen Vorstellungen oder denen des Auftraggebers entsprach. - Ein Beispiel hierfür finden wir bei Courbet. Im Auftrage des Frühsozialisten Pierre-Joseph Proudhon hatte Courbet die Familie gemalt. Plötzlich bestand der Auftraggeber darauf, die Gattin aus der Idylle zu verbannen. Der Maler tat es. Die Frau verschwand hinter einem Strauchwerk.
Ist der schöpferische Eingriff vom Meister ins Werk legitim, so ist das Übermalen von fremder Hand frevelhaft und respektlos. Diesen Respekt z.B. verweigerte der Schmierer Alexander Brener: er besprühte Malewitschs "Schwarzes Quadrat" mit einem goldenen Dollarzeichen.
Im Falle der verdeckten Erotik haben wir ein zeitgenössisches Beispiel von unglaublich blasphemischer Unverfrorenheit. Das Werk des Malers Helmut Bucher wurde von einen Anstreicher "korrigiert" - die Auftraggeberin bestand darauf.

3-87956-315-2  /  ca. 96 Seiten  /  zahlreiche Abbildungen
Euro (D) ca. 12,80  /  sFr ca. 22,50
   

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Benjamin Péret
ICH ESSE NICHT VON DIESEM BROT - Je ne mange pas de ce pain-lá
Schmähgedichte
Herausgegeben, aus dem Französischen übersetzt, mit einem Glossar und Anhang versehen von Heribert Becker

Benjamin Péret (1899-1959), einer der bedeutendsten surrealistischen Dichter, sah den Zustand unseres Planeten als einen himmelschreienden Skandal. Für ihn stand die Welt - bevölkert von Hunderten Millionen Menschen ohne Aussicht auf ein menschenwürdiges Dasein, geschunden und verwüstet von unzähligen Kriegen, beherrscht von menschenverachtenden, machtbesessenen Unterdrückern, Ausbeutern und Parasiten - völlig auf dem Kopf, und es ging ihm als Dichter und auch als Revolutionär darum, sie wieder auf die Füße zu stellen.
Verbal tat er dies mit einer Sammlung von Gedichten - Ich esse nicht von diesem Brot -, in denen er mit Schmähungen und Verwünschungen, wie sie in der Literatur des 20. Jahrhunderts beispiellos sind, über die Mächtigen dieser Welt und alles, was ihnen heilig ist, herfällt.
"Selten", schrieb seinerzeit Raoul Vaneigem über diese berserkerhaften Texte, "hat die Wucht der Verachtung im Kampf gegen die Unterdrückung und gegen die Dummheit der Macht eine derart rohe Ausdruckskraft erreicht."


3-87956-314-4  /  ca. 140 Seiten  /  zweisprachig  /  mit farbigen Zeichnungen von Arrabal
Euro (D) ca. 16,80  /  sFr ca. 31,--



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